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19.02.2020 - Michael Kohlhaas

Schauspiel nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Inszenierung und Ausstattung Moritz Nikolaus Koch
Theater für Niedersachsen (TfN)

mit Dennis Habermehl und Dieter Wahlbuhl

Einführung

„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des 16. Jahrhunderts, ein Rosshändler namens Michael Kohlhaas, (…) einer der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.“ – so beginnt Kleists Novelle aus dem Jahre 1810.

Die Handlung nimmt ihren Lauf, als Kohlhaas sich mit zwei seiner besten Pferde auf eine Reise nach Sachsen begibt. An der Grenze wird er überraschend aufgefordert, einen Passierschein vorzuzeigen, sonst dürfe er nicht weiterreisen. Kohlhaas verpflichtet sich, den Schein in Dresden nachzulösen, seine beiden Pferde muss er als Pfand hinterlassen.

In Dresden erfährt er jedoch, dass ein Passierschein gar nicht nötig ist. Und als er seine Pferde wieder abholen will, findet er sie halbverhungert vor. Kohlhaas verlangt Schadenersatz, aber seine Forderungen werden wiederholt abgeschmettert. Als dann seine Frau bei dem Versuch, eine Bittschrift für ihn vorzulegen, ums Leben kommt, sieht Kohlhaas rot. Blind vor Schmerz und Wut kämpft er bis zur völligen Selbstaufgabe um Gerechtigkeit.

Michael Kohlhaas ist eine der interessantesten, weil widersprüchlichsten Figuren in der deutschen Literatur. Anfangs bürgerlicher Held in seinem von Gerechtigkeitssinn geprägten Aufbegehren gegen die Staatsgewalt, macht kalte Rachsucht ihn zum Wutbürger, Fanatiker, Terroristen – anziehend in seiner Hingabe, abstoßend in seiner brutalen Radikalität. Moritz Nikolaus Koch inszenierte die Geschichte über staatliche Willkür, Selbstjustiz, Vetternwirtschaft und die Eigendynamik von Gewalt.

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